Schwetzingerstadt/Oststadt. In seiner Rede auf der Mitgliederversammlung des SPD‑Ortsvereins Mannheim‑Ost im Trafohaus hat Bürgermeister Thorsten Riehle eindrucksvoll skizziert, wie er die nächsten Jahre Mannheim gestalten will. Riehle betonte: „Soziale Gerechtigkeit ist die Voraussetzung für eine starke Stadtgesellschaft. Nur gemeinsam können wir Mannheim zu einer echten Chancenstadt machen.“
Dabei rückte er die Bedeutung von Stadtteilen in den Fokus, die auf den ersten Blick als stabil gelten, aber keineswegs völlig unproblematisch seien. In der Oststadt und Schwetzingerstadt beobachte man zwar positive Kennzahlen, gleichzeitig spüre man aber den Druck steigender Lebenshaltungskosten und sozialer Ungleichheiten. In Neuostheim und Neuhermsheim, so Riehle, sei ebenfalls nicht alles rosig: Zwar gehören diese Quartiere zu den „sozialstrukturell eher unauffälligen“ Stadtteilen. Doch die demografische Struktur zeigt eine alternde Bevölkerung; in Neuhermsheim etwa liegt der Abhängigkeitsquotient deutlich über dem Stadtdurchschnitt. Riehle erklärte, dass diese Entwicklung eine aktive Politik nötig mache – nicht nur punktuelle Projekte, sondern eine langfristige Strategie für Teilhabe und Zusammenhalt.
Der SPD-Ortsverein Mannheim-Ost hat auf seiner jüngsten Mitgliederversammlung im Mannheimer Trafohaus ein klares wohnungspolitisches Signal gesetzt. Die Mitglieder beschlossen einen Antrag, der sich gegen Entmietung durch vorgetäuschten Eigenbedarf richtet und für einen besseren Schutz von Mietern eintritt. Der Ortsverein fordert unter anderem strengere gesetzliche Vorgaben bei Eigenbedarfskündigungen und mehr Transparenz bei der Umwandlung von Miet- in Eigentumswohnungen. „Wer Mietwohnungen zu Spekulationsobjekten macht, zerstört nicht nur Nachbarschaften, sondern auch das Vertrauen in den sozialen Zusammenhalt unserer Stadt. Entmietung darf in Mannheim keinen Platz haben – deshalb setzen wir ein klares politisches Zeichen“, erklärt Christian Soeder, Vorsitzender des SPD-Ortsvereins und Sprecher der SPD im Bezirksbeirat Schwetzingerstadt/Oststadt.
Mit tiefem Bedauern nehmen wir Abschied von Nazan Kapan, einer außergewöhnlichen Frau, die mit ihrem unermüdlichen Engagement, ihrer Leidenschaft und ihrem unerschütterlichen Glauben an eine gerechtere und vielfältigere Gesellschaft einen bleibenden Eindruck bei uns allen hinterlässt. Sie verstarb in der Nacht auf den 26. März 2025.
Nazan wurde am 5. August 1962 in Edirne, Türkei, geboren und fand eine neue Heimat in Mannheim, wo sie seit 1993 lebte und unermüdlich für die Menschen eintrat. Als Sozialpädagogin und Geschäftsführerin des Mannheimer Frauenhaus e.V. setzte sie sich für den Schutz von Frauen und Kindern ein und kämpfte stets für eine Gesellschaft, die auf Gleichstellung, Respekt und Vielfalt fußt. Ihr Engagement ging weit über ihre berufliche Tätigkeit hinaus. Sie war eine stolze Sozialdemokratin und kämpfte seit ihrem Eintritt in die SPD im Jahr 2005 auf zahlreichen politischen und gesellschaftlichen Ebenen für eine gerechte Zukunft.
Der SPD-Ortsverein Mannheim-Ost, der für die Stadtteile Schwetzingerstadt, Oststadt, Neuostheim und Neuhermsheim zuständig ist, hat sich auf seiner diesjährigen Jahreshauptversammlung für Kontinuität entschieden: Christian Soeder, bisher in einer Doppelspitze gemeinsam mit Stadträtin Nazan Kapan verantwortlich für die Geschicke des Ortsvereins, wurde von der Versammlung einstimmig zum alleinigen Vorsitzenden gewählt. „Ich freue mich sehr über das Vertrauen der Mitglieder. Und ich danke Nazan Kapan für die hervorragende Zusammenarbeit in den letzten beiden Jahren.“
„Das Wahlergebnis der Europawahl ist für die SPD desaströs, da gibt es nichts zu beschönigen“, so Christian Soeder, Vorsitzender der SPD im Mannheimer Osten. „Umso mehr freuen wir uns über das herausragende Wahlergebnis von Nazan Kapan, die mit dem drittbesten SPD-Ergebnis wieder in den Gemeinderat gewählt worden ist.“ Kapan sicherte zu, sich nach ihrer Wiederwahl in den Mannheimer Gemeinderat weiterhin für soziale Gerechtigkeit, für die Vielfalt in der Gesellschaft und für Geschlechtergerechtigkeit einsetzen zu wollen. „Gerade auch für die, die es nicht leicht im Leben haben“, so Kapan, die sich auch als Vorstandsmitglied im Landesfrauenrat Baden-Württemberg engagiert.
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