Schwetzingerstadt/Oststadt. In seiner Rede auf der Mitgliederversammlung des SPD‑Ortsvereins Mannheim‑Ost im Trafohaus hat Bürgermeister Thorsten Riehle eindrucksvoll skizziert, wie er die nächsten Jahre Mannheim gestalten will. Riehle betonte: „Soziale Gerechtigkeit ist die Voraussetzung für eine starke Stadtgesellschaft. Nur gemeinsam können wir Mannheim zu einer echten Chancenstadt machen.“
Dabei rückte er die Bedeutung von Stadtteilen in den Fokus, die auf den ersten Blick als stabil gelten, aber keineswegs völlig unproblematisch seien. In der Oststadt und Schwetzingerstadt beobachte man zwar positive Kennzahlen, gleichzeitig spüre man aber den Druck steigender Lebenshaltungskosten und sozialer Ungleichheiten. In Neuostheim und Neuhermsheim, so Riehle, sei ebenfalls nicht alles rosig: Zwar gehören diese Quartiere zu den „sozialstrukturell eher unauffälligen“ Stadtteilen. Doch die demografische Struktur zeigt eine alternde Bevölkerung; in Neuhermsheim etwa liegt der Abhängigkeitsquotient deutlich über dem Stadtdurchschnitt. Riehle erklärte, dass diese Entwicklung eine aktive Politik nötig mache – nicht nur punktuelle Projekte, sondern eine langfristige Strategie für Teilhabe und Zusammenhalt.
Ein weiterer Schwerpunkt seiner Rede war die direkte soziale Arbeit vor Ort: Generationentreffs ersetzen klassische Seniorentreffs, Beratung und Alltagsbegleitung kommen zu den Menschen nach Hause. „Wir gehen direkt zu den Menschen, statt darauf zu warten, dass sie zum Amt kommen“, sagte Riehle. Damit sollen ältere Bewohnerinnen und Bewohner unterstützt werden, in vertrauter Umgebung zu bleiben und nicht in Pflegeheime abzuwandern. Dieses Engagement sei nicht nur menschlich notwendig, sondern auch wirtschaftlich klug: Prävention spare Folgekosten und entlaste das Sozialsystem.
Kulturpolitik nahm in Riehles Ausführungen ebenfalls eine zentrale Rolle ein. Bei der Generalsanierung des Nationaltheaters Mannheim erläuterte er die Notwendigkeit und die Dimension des Projekts: Der Orchesterprobensaal wird neu gebaut und modernisiert, die Bühnentechnik wird ertüchtigt, und das Gesamtprojekt ist auf eine Fertigstellung zur Spielzeit 2028/29 angelegt. Riehle betonte: „Wir investieren nicht in ein Haus, sondern in unsere Kultur, unsere Geschichten und in die Zukunft Mannheims.“ Zwar seien die Kosten gestiegen – durch Umplanungen und allgemeine Baupreissteigerungen –, doch gerade deshalb sei es entscheidend, den Sanierungsprozess zu Ende zu führen.
Gleichzeitig machte Riehle klar, dass das Theater künftig stärker wirtschaftlich arbeiten müsse. Der Verzicht auf den Neubau eines Zentrallagers zeige, dass man Prioritäten setzt und finanzielle Mittel sinnvoll neu ausrichtet. Er unterstrich, dass das Theater nicht nur ein Ort der Kunst ist, sondern auch ein wichtiger Arbeitgeber und Impulsgeber für die freie Szene in Mannheim.
Christian Soeder, Vorsitzender des SPD‑Ortsvereins Mannheim-Ost, unterstützte Riehles Kurs: „Wir dürfen uns nicht in der Illusion wiegen, dass hier im Mannheimer Osten alles schon gut sei. Auch hier gibt es soziale Herausforderungen – und gemeinsam mit Thorsten Riehle und der SPD-Gemeinderatsfraktion wollen wir die Politik vorantreiben, die unsere Stadtteile lebendig, gerecht und zukunftsfähig macht.“